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Negativpreise Juli 2026: Tibber optimieren

41% weniger Negativpreise im Juli 2026 als im Juni. Tibber-Trigger auf Null-Cent greifen im Sommerloch zu selten: Lade-Schwelle auf 5–8 ct/kWh anpassen.

4 min Lesezeit Stand 11. August 2026

Im Juli 2026 sind die Negativpreise am Spotmarkt deutlich seltener geworden als im Juni. Für dein Tibber-Setup bedeutet das: Ein Null-Cent-Trigger, der nur bei echten Negativpreisen Laden oder Einspeisung steuert, hat an einem Großteil der potenziell günstigen Mittagsfenster nicht gegriffen. Die Schwelle anzuheben löst das, ohne den Kern des dynamischen Tarifs aufzugeben.

Negativpreise Juli 2026: 41% weniger als im Juni

Im Juni 2026 zählte PV-Magazin noch 620 Viertelstunden mit negativem Spotpreis. Im Juli waren es 364 Viertelstunden, rund 91 Stunden. Der Rückgang beträgt 41%.

Rabot Energy nennt für denselben Monat 79 Stunden negativer Preise. Die Abweichung liegt an der Methodik: PV-Magazin zählt 15-Minuten-Intervalle (Viertelstunden), Rabot zählt volle Stunden. Keine der beiden Zahlen ist falsch, beide bestätigen denselben Trend.

Alle Negativpreis-Phasen traten ausschließlich tagsüber auf: früheste Viertelstunde 9:30–9:45 Uhr, späteste 17:30–17:45 Uhr. Der Tiefstpreis lag bei -1,5 ct/kWh.

Warum der dynamische Tarif trotzdem attraktiv bleibt

Weniger Negativpreise bedeutet nicht, dass der Spread zwischen den Tageszeiten schrumpft. Im zweiten Quartal 2026 lagen teuerste und günstigste Viertelstunde eines Tages im Schnitt 21,83 ct/kWh auseinander.

Im zweiten Quartal 2026 lagen die Mittagsstunden von 11 bis 15 Uhr im Quartalsmittel bei 1,61 ct/kWh, der Median sogar bei nur 0,26 ct/kWh. Abendstunden (17–20 Uhr) kosteten dagegen im Schnitt 12,11 ct/kWh. Das sind Q2-Quartalswerte nach Rabot Energy; für Juli nennt dieselbe Quelle einen Day-Ahead-Durchschnitt von 10,4 ct/kWh. Wer den Balkonspeicher in den günstigen Mittagsstunden lädt und abends entlädt, nutzt diesen Spread, auch ohne eine einzige negative Preisstunde.

Der Marktwert Solar sank von 6,190 ct/kWh im Juni auf 5,226 ct/kWh im Juli. Das ist ein bekanntes Sommermuster: hohe PV-Einspeisung drückt den Mittagspreis. Für den dynamischen Tarif ist das kein Problem, solange die Steuerung auf diese Fenster reagiert.

Tibber-Automatisierung: Schwelle anpassen, nicht abwarten

Wenn der Trigger auf 0 ct/kWh oder darunter eingestellt ist, greift er im Sommerloch seltener als im Frühjahr. Die einfachste Anpassung: Preis-Grenze auf 5–8 ct/kWh anheben.

Was das in der Praxis bedeutet:

  • Ladeplanung: Zeitfenster 10–15 Uhr aktiv halten, Preis-Cap auf 8 ct/kWh setzen. Damit werden die meisten Mittagsfenster erfasst, auch wenn kein explizites Negativ-Preissignal kommt.
  • Speicher: Wenn der Speicher API-gesteuertes Laden unterstützt (z.B. über evcc oder eine direkte Tibber-Integration), Lade-Start auf 2–5 ct/kWh setzen statt auf 0 ct/kWh.
  • Einspeisung drosseln: Den Trigger zum Abregeln bei Negativpreisen bei 0 ct/kWh belassen. Dieser Schwellenwert passt unverändert.

Wer Tibber-Automatisierungen in Home Assistant baut: Die Preisdaten liefert die Tibber-Integration allein über den API-Token, dafür ist keine zusätzliche Hardware nötig. Ein Tibber Pulse ändert daran nichts, er liefert die Echtzeit-Verbrauchsmessung, nicht die Preise.

Kurzcheck: Was jetzt zu tun ist

Drei Punkte, die du direkt prüfen kannst:

  1. Trigger-Schwelle: Liegt sie noch bei 0 ct/kWh? Auf 5–8 ct/kWh anpassen.
  2. Zeitfenster: Läuft die Automatisierung abends oder nachts? Dann holt sie die günstigen Mittagsstunden nicht ab. Zeitfenster auf 10–15 Uhr einschränken.
  3. Preishistorie in der Tibber-App prüfen: Der Reiter “Historie” zeigt die Preise vergangener Wochen und Monate. Wenn dort mehrere günstige Stunden liegen, in denen die Automatisierung nicht ausgelöst hat, ist die Schwelle zu eng eingestellt.

Wer noch keinen dynamischen Tarif hat, aber einen Balkonspeicher betreibt: Der Spread zwischen Mittags- und Abendpreis ist der eigentliche Hebel, nicht nur die Negativpreis-Stunden. Tibber Stromtarif Werbung lässt sich direkt mit evcc und Home Assistant verbinden.

Quellen

  1. pv-magazine.de/2026/08/10/marktwert-solar-faellt-im-juli-auf-5226-cent-p…
  2. rabot.energy/magazin/strompreis-im-juli-2026-leicht-gesunken-spread-zwis…
  3. home-assistant.io/integrations/tibber/
  4. support.tibber.com/de/articles/4895076-strompreise-in-der-tibber-app