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Solarrekord 31,6 %: Tibber-Strategie im August

Solar deckte im Juli 2026 erstmals drei Monate in Folge über 30 % der Last. An 79 Stunden lagen Börsenpreise im Minus. Was das für Tibber im August bedeutet.

4 min Lesezeit Stand 1. August 2026

Im Juli 2026 deckte Solar vorläufig 31,6 % der deutschen Stromlast, nach 30,3 % im Mai und 30,4 % im Juni. Drei Monate hintereinander über 30 %, das gab es noch nie. Zum Vergleich: Im Juli 2025 kam die Photovoltaik wetterbedingt nur auf 22,6 % Anteil an der Last. Für Tibber-Kunden mit Speicher oder flexiblen Verbrauchern bedeutet das: Das Mittagstief am Spotmarkt ist 2026 kein Einzelereignis mehr, sondern ein strukturell verlässliches Muster.

Was 30+ % Solar für die Tibber-Preisstruktur bedeutet

Solar-Überproduktion drückt den EPEX-Spotpreis immer dann gegen null, wenn die PV-Einspeisung die aktuelle Nachfrage übersteigt. Solange Solar 20 % der Last deckte, passierte das sporadisch. Bei drei Monaten mit über 30 % passiert es fast täglich zwischen 10 und 15 Uhr, sofern die Sonne scheint.

Die Zahlen aus dem Juli sprechen für sich: An 79 Stunden lagen die Börsenpreise im negativen Bereich, der Tiefstwert betrug −1,5 ct/kWh. Der Monatsdurchschnitt lag bei 10,4 ct/kWh, aber teuerste und günstigste Viertelstunde eines Tages lagen im zweiten Quartal 2026 im Schnitt 21,83 ct/kWh auseinander. Das heißt: Die Schere zwischen dem Mittagstief und dem Abend-Hochpreis wird größer, nicht kleiner.

Entscheidend ist nicht, ob die Tibber-Stunden tatsächlich ins Minus rutschen, sondern der Abstand zur teuersten Tageszeit. Und dieser Abstand ist 2026 deutlich größer geworden als noch im Vorjahr.

Wann im August die günstigsten Stunden zu erwarten sind

Das Juli-Muster ist auf den August übertragbar, weil die strukturellen Ursachen bestehen bleiben: Deutschland und Europa haben weiter zugebaut, und der Sommer ist noch nicht vorbei. Trotzdem ist kein Tag wie der andere:

Sonnige Werktage bringen das verlässlichste Tief. EPEX-Tiefs liegen typisch zwischen 11 und 14 Uhr, an Hochsommertagen gelegentlich bis 15 Uhr. Tibber zeigt diese Fenster in der App, sobald die Day-Ahead-Preise für den Folgetag feststehen, also in der Regel schon am Nachmittag des Vortags.

Wochenenden können sogar tiefer liegen als Werktage, weil die Industrienachfrage am Samstag und Sonntag geringer ist. Viel Sonne plus wenig Nachfrage gleich niedrigster Preis.

Wechselhafte Bewölkung dämpft den Effekt spürbar. Wenn Deutschland und Nachbarländer gemeinsam weniger einspeisen, stabilisiert sich der EPEX-Preis im Tagesverlauf. Für solche Tage lohnt es sich, Tibbers Preis-Alarm unter 10 ct einzustellen statt generell auf 11 bis 14 Uhr zu setzen.

So nutzt du das Muster mit BKW oder Speicher

Das Muster ist verlässlicher geworden, aber nur wer automatisiert oder aufmerksam ist, profitiert tatsächlich.

Mit Speicher und evcc oder Home Assistant: Einen Preis-Schwellwert definieren, unter dem der Speicher aus dem Netz geladen wird. Bei Tibber empfiehlt sich ein Wert zwischen 8 und 12 ct/kWh, je nach Region und Break-Even-Kalkulation. Die Einrichtung und die Jahresrechnung dazu erklärt der Artikel Spotpreis-Strategie mit Speicher ausführlich.

Ohne Automatisierung: Die Tibber-App zeigt Preisprognosen für die nächsten 24 Stunden. Ein Alarm auf 10 ct genügt, um die günstigsten Mittagsfenster manuell zu nutzen, zum Beispiel für Waschmaschine, Geschirrspüler oder manuelles Laden des BKW-Speichers.

Noch kein dynamischer Tarif? Tibber-Tarif abschließen Werbung ist die Voraussetzung, um das Mittagstief überhaupt zu sehen. Mit einem Fixpreis-Tarif bleibt das Muster unsichtbar.

Wer den Preisverlauf immer griffbereit haben will: Die Strompreis Live App (iOS) zeigt EPEX-Stunden und das günstigste Fenster des Tages auf einen Blick, ohne dass du die Tibber-App öffnen musst.

Für alles rund um Automatisierung, Betriebsmodi und saisonale Optimierung: Spotpreis-Strategie mit Speicher liefert die Grundlagen und Jahreszahlen, die über das August-Fenster hinausgehen.

Quellen

  1. pv-magazine.de/2026/07/31/solarstrom-anteil-an-der-last-in-deutschland-e…
  2. presseportal.de/pm/168107/6324085