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Warentest: 3 von 5 BKW-Speicher mangelhaft

Stiftung Warentest testete 5 Balkonkraftwerk-Speicher: 3 sind mangelhaft wegen EMV, 4 lassen Regenwasser ein. Was Käufer und Bestandsbesitzer tun sollten.

5 min Lesezeit Stand 9. Juni 2026

Wenn du gerade einen Balkonkraftwerk-Speicher kaufen willst oder bereits einen besitzt, lohnt sich ein Blick auf die Ergebnisse: Die Stiftung Warentest hat im Frühjahr 2026 fünf dieser Geräte geprüft und drei davon als mangelhaft eingestuft. Der Hauptgrund ist kein offensichtlicher Hardware-Defekt, sondern EMV-Störungen über das Netzkabel. Kein Gerät erreicht die Note “Gut”.

Welche Geräte wurden getestet und mit welcher Note?

Getestet wurden fünf Modelle mit 1,92 bis 2,69 kWh Kapazität, integriertem Wechselrichter und Notstrom-Steckdose (Heft 04/2026, Veröffentlichung März 2026):

ModellPreis (ca.)NoteUrteil
Anker Solix Solarbank 3 E2700 Pro1.099 €3,3Befriedigend (Testbester)
FoxESS Avocado Orbit M759 €4,4Ausreichend
Zendure SolarFlow 800 Pro694 €4,6Mangelhaft
EcoFlow Stream Ultra884 €4,7Mangelhaft
Growatt Nexa 2000575 €5,2Mangelhaft

Die günstigste Option (Growatt Nexa 2000) hat auch die schlechteste Note. Wer rein nach Preis kauft, greift damit zum schlechtesten Gerät im Test.

Warum sind drei Geräte mangelhaft? Das EMV-Problem erklärt

Der entscheidende Kritikpunkt ist die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Zendure SolarFlow 800 Pro, EcoFlow Stream Ultra und Growatt Nexa 2000 überschreiten die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte so deutlich, dass allein das zur Gesamtnote “Mangelhaft” reicht.

Was das im Alltag bedeuten kann: Der Wechselrichter im Speicher sendet Störsignale nicht über Funk, sondern leitungsgebunden über das Netzkabel in dein Hausnetz. Von dort können sie andere Geräte beeinflussen: WLAN-Router verlieren die Verbindung, Fernseher flackern, Lautsprecher brummen. Wie stark diese Effekte auftreten, hängt von der Hausinstallation und den vorhandenen Geräten ab. In sozialen Medien sind bisher kaum Berichte über konkret erlebte Probleme aufgetaucht, was zeigt, dass die Störungen nicht bei jedem Setup gleich auffällig sind.

Anker und FoxESS haben nach dem Test ebenfalls EMV-Auffälligkeiten, aber deutlich geringer und ohne die Note zu versenken.

Mögliche Abhilfe: Entstörfilter

Wer ein mangelhaftes Gerät bereits installiert hat und Störungen bemerkt, kann einen Entstörfilter (auch: Netzfilter) zwischen Gerät und Steckdose ausprobieren. Kosten: etwa 20 bis 50 Euro. Alternativ helfen Ferritkerne, die um das Netzkabel gewickelt werden. Beides ist keine offiziell von der Stiftung Warentest empfohlene Lösung und kein Ersatz für normkonforme Hardware, kann aber in der Praxis Abhilfe schaffen.

IP-Schutz: Das zweite Problem für Außenaufstellungen

Neben den EMV-Befunden gibt es einen weiteren Mangel, der besonders relevant ist, wenn der Speicher draußen steht.

Das Risiko ist konkret: Wer die Notstrom-Steckdose nutzt und das Gerät feucht ist, kann einen Stromschlag riskieren. IP-Schutzklassen werden im Labor unter definierten Bedingungen geprüft, die nicht jeden Winkel realen Starkregens abbilden.

Datenschutz: erstmals im Test bewertet

Neu in diesem Testdurchgang: Die Stiftung Warentest hat auch Datenschutzaspekte bewertet. Das Ergebnis: Kein Gerät kommt ohne Cloud-Pflicht für Grundfunktionen aus, mehrere Modelle wurden wegen unklarer Datenweitergabe kritisiert. Für technisch versiertere Nutzer, die ihren Speicher via Home Assistant oder evcc lokal steuern, ist das weniger ein Problem als für Nutzer, die ausschließlich die Hersteller-App verwenden.

Was tun? Empfehlungen je nach Situation

Wenn du noch kaufen willst:

Der Anker Solix Solarbank 3 E2700 Pro (Note 3,3, ca. 1.099 Euro) ist der einzige Kandidat aus diesem Test mit befriedigender Bewertung. Er ist der teuerste im Feld, aber der Preisunterschied zum FoxESS (759 €, Note 4,4) lässt sich mit dem besseren Abschneiden in EMV und IP-Schutz rechtfertigen. Alle drei mangelhaften Geräte sind günstiger als Anker, aber die Einsparung geht auf Kosten der Normkonformität.

Die Amortisationszeit schätzt die Stiftung Warentest auf 2 bis 4 Jahre, je nach Nutzungsprofil. Das setzt störungsfreien Betrieb voraus.

Wenn du bereits ein mangelhaftes Gerät besitzt:

  • Aufstellort prüfen: Gibt es eine Überdachung? Wenn nicht, eine nachrüsten oder einen geschützteren Platz finden, bevor der nächste Starkregen kommt.
  • Bei WLAN-Problemen, Fernseh-Flackern oder Lautsprecher-Brummen: Entstörfilter oder Ferritkerne auf dem Netzkabel als ersten Schritt ausprobieren (20 bis 50 Euro, kein Garantie-Ergebnis).
  • Rückgabe über Gewährleistung ist eine Option, wenn das Gerät noch keine zwei Jahre alt ist. Die EMV-Mängel sind konstruktiver Natur, kein Einzelfall-Defekt, was die Rechtsposition bei einer Reklamation stärkt.

Jenseits des Warentests: Kaufstrategie

Der Test deckt fünf Geräte ab, die im Frühjahr 2026 am Markt verfügbar waren. Neuere Modelle oder Firmware-Updates können das Bild verändern. Wenn du einen Speicher mit Tibber-Integration oder lokaler Steuerung planst, ist die Warentest-Note nur ein Teil der Entscheidung: Der Vergleich Tibber-kompatible Speicher ohne Home Assistant zeigt, welche Geräte direkt mit einem dynamischen Tarif kommunizieren können, was für die Wirtschaftlichkeit mindestens so relevant ist wie die Testnote.